Geschäftsstelle Nachbarschaftshilfe
und soziale Dienstleistungen

im Programm

Zuhause im Alter

Beispiele für die Qualifizierung und Begleitung von ehrenamtlich Engagierten

Ehrenamtliches Engagement im Quartier kommt nicht von selbst. Viele  Projektträgerinnen und -träger stellen fest: Es genügt nicht, Engagierte zu gewinnen. Sie gut für ihre Aufgaben zu qualifizieren und in ihrer Tätigkeit zu begleiten, ist mindestens genauso wichtig, um Überforderung vorzubeugen, den Zusammenhalt der Ehrenamtlichen zu stärken und das Engagement nachhaltig zu gestalten. Einige Projektträgerinnen und -träger haben in der Projektlaufzeit regelrechte Curricula entwickelt.


Begrüßungsmappe für Ehrenamtliche

Bevor neue Ehrenamtliche im Seniorennetzwerk Schwäbisch Gmünd mit ihrer Tätigkeit
beginnen, erhalten sie eine eigens entwickelte Begrüßungsmappe. Neben einem durch den Bürgermeister unterzeichneten Begrüßungsschreiben werden die für das Ehrenamt geltenden Rahmenbedingungen erläutert. Außerdem enthält sie Vordrucke für die Aufnahme, für eine Vereinbarung und für eine Bescheinigung über die ehrenamtliche Mitarbeit.


Boxenstopp

  • Nordrhein-Westfalen / Ahlen

Entlastung für Ehrenamtliche: Einfach mal durchatmen können, das war der Wunsch einiger Ehrenamtlicher aus dem Nachbarschaftsprojekt am Betreuungszentrum Gezeitenland in Ahlen. Sie gestalten nun einmal im Monat den „Boxenstopp“ – eine ruhige halbe Stunde, in der Engagierte wieder Energie tanken können. Jeden Monat gibt
es zu einem Motto wie irische Segenswünsche, Liebe oder Reisen besinnliche Texte, Bilder und Musik. Das Gezeitenland arbeitet dabei unter anderem mit der Leitstelle „Älter werden in Ahlen“ und mit einer Kirchengemeinde zusammen.


Curriculum für Ehrenamtliche im Besuchsdienst für Menschen mit Demenz

Ein 20-stündiges Seminar des Paritätischen Oldenburg- Ammerland bereitet  Interessierte auf eine freiwillige Tätigkeit im Besuchsdienst für dementiell erkrankte Menschen vor. Das Curriculum für die zwölfköpfige Gruppe vermittelt Basiswissen zu verschiedenen Krankheitsbildern, Methoden der Kommunikation und  Gesprächsführung sowie zur Betreuung und Beschäftigung. Türöffner und Stolpersteine bei der Kontaktaufnahme, Hilfen im Alltag, z. B. beim Essen, Anziehen und außer Haus gehen, rechtliche Grundlagen und die Beschäftigung mit den Themen Sterben, Tod und Trauer sind weitere Elemente des Seminars.


Foto: Freie Altenarbeit Göttingen e. V.

Curriculum für mobile soziale Wohnberaterinnen und Wohnberater

Die „Freie Altenarbeit Göttingen“ befähigt Interessierte aus sozialen, pflegerischen oder anderen Berufen mit einer Fortbildung dazu, Ältere bei Entscheidungen rund ums Wohnen zu unterstützen. Über ein halbes Jahr eignen sich die Ehrenamtlichen mit professioneller Anleitung in aufeinander aufbauenden zweitägigen Modulen Wissen über barrierearmes, technikunterstütztes, soziales Wohnen, Methoden der  Gesprächsführung oder erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit an.

Die Ausbildung ist mit einem Lehrgang zur Dorfmoderation gekoppelt, der auf die Aktivierung und Begleitung solidarischer Netzwerkstrukturen im Dorf gerichtet ist.

In einem anschließenden Praxisjahr helfen die mobilen sozialen Wohnberaterinnen und Wohnberater bei der Öffentlichkeitsarbeit, hospitieren bei Wohnberatungen und üben sich in kollegialer Beratung wie im Anschieben von ersten Dorfprojekten.

Nach Abschluss der Fortbildung und Mitarbeit während des Praxisjahres erhalten die Teilnehmenden ein qualifiziertes Zertifikat.


Curriculum für multiethnische Stadtteilhelferinnen und Stadtteilhelfer

In rund 100 Stunden haben sich in Saarbrücken-Brebach im Projekt „Brebach versorgt sich selbst!“ 22 Stadtteilhelferinnen und Stadtteilhelfer ausbilden lassen. In der Fortbildung haben sie sich Kenntnisse über alltagsrechtliche Fragen,  Lebensmittelhygiene, Demenz als Krankheitsbild und Hilfsmittel angeeignet, sich mit Techniken und Fertigkeiten für Hilfen im Alltag vertraut gemacht und Methoden der Gesprächsführung kennengelernt.

Sie leisten nun im Auftrag des BürgerInnenZentrums Brebach ehrenamtlich gegen eine Aufwandsentschädigung kleinere Hilfestellungen in der Nachbarschaft oder helfen bei Veranstaltungen und Festen mit. Einigen Absolventinnen und Absolventen ist dank der Ausbildung der Sprung in eine Festanstellung als Alltagshelferin oder Alltagshelfer in einer sozialen Einrichtung oder einem Privathaushalt gelungen.


Foto: Seniorenbüro Hamburg e. V.

Curriculum für Quartiersbotschafterinnen und Quartiersbotschafter

In fünf halbtägigen Treffen hatten die angehenden Botschafterinnen und Botschafter ihres Stadtteils Gelegenheit, sich untereinander kennen zu lernen, sich über die Besonderheiten und bestehenden Angebote ihres Stadtteils zu informieren, ihre Rolle herauszuarbeiten und ihren Bedarf an hauptamtlicher Unterstützung zu formulieren. Dabei wurden auch die Grenzen der ehrenamtlichen Zuständigkeit, das „Wie und Wo“ ihrer Präsentation im Stadtteil sowie ihre Vernetzung mit sozialen Einrichtungen und
weiteren Partnern im Quartier thematisiert. Im Vordergrund des Vorbereitungskurses stand das Ziel, die Selbstorganisation der einzelnen Standorte zu fördern und ein gemeinsames Bild vom Profil der Quartiersbotschafterinnen und Quartiersbotschafter
zu erarbeiten.

Durchgeführt wurden die Module mit Unterstützung des Freiwilligenzentrums  Hamburg-Wandsbek, der Freiwilligen-Agentur-Bergedorf, des Seniorenbüros Hamburg und zwei seniorTrainerinnen.


Schulung für Leih-Großeltern

Da die Generationen einer Familie heute häufig nicht mehr nah beieinander wohnen, unterstützen an vielen Orten Leih-Omas und Leih-Opas jüngere Familien bei der Betreuung ihrer Kinder - eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Im Landkreis Fulda hat sich das Projekt „Leih-Großeltern“ als Leuchtturmprojekt für die Verbindung der Generationen etabliert. Wo sich Leih-Omas und Leih-Opas vorher nur vereinzelt und als Zufallsbekanntschaft fanden, wurde mit dem Projekt „Betreutes Wohnen im Oberen Fuldatal“ des Vereins „Miteinander-Füreinander Oberes Fuldatal“ ein Konzept für eine qualifizierte Vorbereitung auf diese Aufgabe entwickelt. In rund 10 Schulungseinheiten erfahren interessierte Ältere Wichtiges zu Haftpflicht und Erster Hilfe am Kind, beschäftigen sich mit Kommunikation und Spiel und setzen sich mit dem Thema „Grenzen setzen bei Kindern“ auseinander. Der Verein bietet mittlerweile 13 Leih-Großeltern darüber hinaus regelmäßig Gelegenheit zum Austausch und zur Weiterbildung.

Um möglichst viele neue Leih-Omas und Leih-Opas in der Region zu gewinnen, hat der Verein seine Schulungen für neue Träger geöffnet und unterstützt sie beim Aufbau weiterer Projekte.